Wankender Riese RWE
und die negativen Auswirkungen auf den MK.
365.000 RWE-Aktien erwarb der Märkische Kreis im Jahr 2010. Die weiteren 100.000 Anteile wurden bereits in den Jahren davor gekauft. Der kindliche Glaube des Anlageausschusses des MK an unbegrenzte Geldvermehrung durch „Wert“-Papiere kannte scheinbar keine Grenzen.
Am 18.04.2013 konnten dann die heimischen Medien über eine bemerkenswerte Auszeichnung berichten. Unsere kommunalen Vermögensverwalter wurden vom Elite-Report (Übergabe durch das Handelsblatt) für ihren vorbildlichen Umgang mit dem Kapital des Märkischen Kreises geehrt. Sinnbildlich dafür wurde eine goldene Pyramide übergeben. Bereits 2011 und 2013 haben Abgeordnete unserer Partei den Umgang mit öffentlichem Vermögen kritisch hinterfragt.
Die Kurse der RWE Aktien befinden sich seit Jahren auf Talfahrt. Von knapp 100 EURO, über 53 EURO (Kaufpreis 2010), geht die rasante Schussfahrt auf momentan unter 13 Euro weiter. Entsprechend ist die Dividende von 4 EURO auf 1 EURO abgesackt. Kürzungen auf ca. 50ct sind demnächst zu erwarten. Zu unserer Beruhigung (Ironie): unter null EURO kann es nicht weitergehen.
Die Gründe für das Desaster sind in der absolut verfehlten Firmenpolitik von RWE zu suchen. Das Festhalten an der umweltschädigenden Braunkohle mit ihren CO2-Dreckschleudern, die Flops bei zahlreichen ausländischen Beteiligungen (Atom-Engagement in Polen, London Tube, Wasserwerke in Kalifornien), massenweiser Abbau von Arbeitsplätzen (wird regelmäßig von den Börsen bejubelt), Verkauf der Konzernzentrale in Essen an einen amerikanischen „Investor“ und anschließendes Zurückmieten, überzogenes Vorgehen gegen kritische Demonstranten im Tagebau Garzweiler oder auch die fragwürdigen Rücklagen für den Abriss der künftigen Atommeiler-Ruinen lassen für die Zukunft eine äußerst negative Entwicklung des wankenden Riesen RWE erwarten.
Es gab immer schon weitsichtige Menschen und Parteien, die diesen Umständen kritisch gegenüber standen. Leider wurden die gute Argumente nur sehr schleppend bis gar nicht zur Kenntnis genommen. Eine unselige Allianz aus sog. etablierten Parteien, IG BCE und NRW-Landesregierung macht weiter als wären die goldenen Jahrzehnte der Braunkohle und der Atomkraft nicht schon lange vorbei.
Der wegbrechende Aktienkurs hat bis jetzt nur buchhalterische Auswirkungen. Die Dividendenkürzungen allerdings sind real. Real wird auch eine weitere bilanzielle Abschreibung der RWE-Anteile im kommenden Haushalt des MK sein. Real wird sich auch die GroKo aus SPDCDU mit diesem Thema befassen müssen.
Die Aktienzockerei mit öffentlichem Geld ist nicht hinnehmbar. Der putzige Glaube, dass Geld arbeitet, stammt leider nur aus Märchenbüchern. Es sind immer Menschen, die Werte schaffen.
Wir sollten uns noch kurz an die Übergabe der goldenen Pyramide erinnern. Pyramiden stehen für die untergegangene Hochkultur in Ägypten. Hoffentlich stehen sie nicht auch für den Untergang von Teilen der finanziellen Ausstattung des Märkischen Kreises.
