RWE-Krise ist kein Albtraum?
Wie bitte? 350.000 EURO pro Jahr weniger sind doch kein Pappenstiel!
Einige Anmerkungen zum Statement des MK.
Es sind nicht nur die buchhalterischen Abschreibungen, die zum wiederholten Mal vorgenommen werden mussten, es sind auch die Kürzungen im Dividendenbereich, die zu schmerzlichen finanziellen Verlusten führen werden. Und das höchstwahrscheinlich dauerhaft.
Ende 2014 lag der RWE-Kurs bei rund 25,00€. Ende 2015 waren es schlappe 12,50€. Das bedeutet bei 465.000 Aktien eine weitere Abschreibung von ca. 5,8 Mio Euro! Auch im Kreishaushalt wurde zur Kenntnis genommen, dass der Aktienkurs voraussichtlich dauerhaft unter den Anschaffungskosten liegen wird.
Es hat in der Vergangenheit allerdings Städte gegeben, die sich zeitig von ihren RWE-Aktien verabschiedet haben. So verkaufte die Stadt Düsseldorf ihre Aktien im September 2007 an die WestLB für 64,00€ je Anteil. So etwas kann man nur mit weitsichtig und klug bezeichnen. 2010 griff dann der MK bei 53,80€ zu.
Das große MKG-Vermögen besteht aus weiteren sog. Wertpapieren. Wie werthaltig solche Papiere sind, kann man sich an der Pleiten der WestLB und der Hypo Realestate oder am Werdegang der HSH Nordbank oder den Pleiten anderer internationaler Banken vorstellen.
Der Kreiskämmerer bezeichnet in seinem Statement vom 19.02.2016 das RWE-Aktienpaket als nur noch sehr, sehr kleinen Anteil am MKG-Vermögen. Das stimmt natürlich, immerhin wurden ja auch zig Millionen Euro bei RWE buchhhalterisch abgeschrieben. Die voraussichtlichen 350.000€ Dividende würden die MVG in keiner Weise gefährden.
Verzeihung, da kommen dem Schreiber dieser Zeilen aber schon die berühmten Peanuts eines sog. Bänkers in den Sinn.
Wenn man weiß, wie die heimische Politik um Beträge im Zehntausend-Euro-Bereich streitet, mag man sich als Bürger_in gar nicht vorstellen, was ein jährliches Dividendenminus von ca. 350.000€ für Diskussionen hervorrufen wird. Oder ist das vielleicht gar nicht so? Nimmt man es einfach hin, dass solche Summen futsch sind.
Sicher werden durch die katastrophalen Fehler weitere finanzielle Belastungen auf die Menschen in MK zukommen. Als Beispiel muss man sich ja nur die schlimme Entwicklung bei der Grundsteuer B in der Kreisstadt ansehen. Auch hier wurde die miese Entwicklung bei der Enervie von den Beteilgten nicht erkannt. Das eine hat natürlich nichts mit dem anderen zu tun. Erkennbar wird aber der lasche Umgang mit öffentlichem Eigentum.
Es fehlen ja schließlich nur jährlich 350.000€ (Ironie aus)
Geld arbeitet nicht. Es hat noch nie gearbeitet und es wird niemals arbeiten. Es sind immer Menschen, die hart arbeiten und dann möglicherweise von irgendwelchen „Anlageberatern“ um die Früchte ihrer Anstrengungen gebracht werden.

