Ignoranz in der Sache und Furcht vor der Auseinandersetzung!
Ablehnung des Bürgerbegehrens in Nachrodt-Wiblingwerde zum Thema Jugendzentrum
Bericht in der LN vom 02.09.2015
Ignoranz in der Sache und Furcht vor der Auseinandersetzung!
683 gültige Unterschriften um ein wichtiges Thema erneut aufzugreifen – allein, dies interessiert Politik und Verwaltung in Nachrodt-Wiblinwerde nicht. Was für ein Schlag ins Gesicht engagierter Bürgerinnen und Bürger! Kommunen stehen verstärkt im Wettbewerb untereinander, schrumpfen in der Einwohnerzahl, fürchten um ihre Attraktivität,… In dieser Situation setzt die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde ein ganz besonders Zeichen für junge Menschen- sie schließt das Jugendzentrum. Na, das ist doch mal etwas , dass Kinder und Jugendliche begeistern wird und sie darauf aufmerksam macht, wie sie von Rat und Politik wert geschätzt werden.
Man konsolidiert seinen kommunalen Haushalt nicht dadurch, indem man Einrichtungen schließt oder ausschließlich nur an`s sparen denkt. Auch in einer finanziellen Schieflage muss eine Kommune noch dafür sorgen, dass sie für ihre Bürgerinnen und Bürger attraktiv bleibt, ihre Belange und Bedürfnisse ernst nimmt und akzeptiert sowie notwendige Angebote vorhält.
Hierzu zählen auch und gerade Angebote für Jugendliche, welche leider häufig nicht dieselbe starke Lobby haben wie Kinder oder Senioren. Man kann über die inhaltliche Ausrichtung eines Jugendzentrums diskutieren, über Öffnungszeiten und vieles mehr. Eine Einrichtung zu schließen ist ein Affront gegen junge Menschen und führt mit Sicherheit dazu, dass deren häufig wenig vorhandenes Interesse an Politik, ihr Glauben an demokratische Prozesse weiter abnimmt, so er denn überhaupt vorhanden ist.
Ich finde es regelrecht feige, sich letztendlich auf Formalien wie den Haushaltssanierungsplan oder andere Satzungen zurückzuziehen. Letztendlich muss der Bürger und die aktuelle Situation im Vordergrund stehen und auch ein HSK ist keine in Stein gemeißelte Bibel. Das Bürgerbegehren einfach abzuwimmeln ist schon ein starkes Stück und fördert nicht gerade den sozialen Frieden in der Gemeinde.
Der Rat hat in meine Augen eine einstimmige Fehlentscheidung getroffen!
Michael Thomas-Lienkämper, Kreissprecher DIELINKE. im MK
