Erst wenn der Schnee geschmolzen ist, sieht man wo die Kacke liegt.
Mit dem letzten Schnee schmelzen auch die Hoffnungen des MK auf eine Dividende von RWE dahin. Die "Tretminen" waren allerdings schon lange bekannt.
An unserer Einschätzung der katastrophalen Lage hat sich nichts geändert. Im Gegenteil, es ist noch schlimmer gewordern.
Schriftlich hatten wir zuletzt am 05. September 2015 auf die miese Situation bei RWE hingewiesen. Lesen Sie bitte hier:
Wankender Riese RWE
365.000 RWE-Aktien erwarb der Märkische Kreis im Jahr 2010. Die weiteren 100.000 Anteile wurden bereits in den Jahren davor gekauft. Der kindliche Glaube des Anlageausschusses des MK an unbegrenzte Geldvermehrung durch „Wert“-Papiere kannte scheinbar keine Grenzen.
Am 18.04.2013 konnten dann die heimischen Medien über eine bemerkenswerte Auszeichnung berichten. Unsere kommunalen Vermögensverwalter wurden vom Elite-Report (Übergabe durch das Handelsblatt) für ihren vorbildlichen Umgang mit dem Kapital des Märkischen Kreises geehrt. Sinnbildlich dafür wurde eine goldene Pyramide übergeben. Bereits 2011 und 2013 haben Abgeordnete unserer Partei den Umgang mit öffentlichem Vermögen kritisch hinterfragt.
Die Kurse der RWE Aktien befinden sich seit Jahren auf Talfahrt. Von knapp 100 EURO, über 53 EURO (Kaufpreis 2010), geht die rasante Schussfahrt auf momentan unter 13 Euro weiter. Entsprechend ist die Dividende von 4 EURO auf 1 EURO abgesackt. Kürzungen auf ca. 50ct sind demnächst zu erwarten. Zu unserer Beruhigung (Ironie): unter null EURO kann es nicht weitergehen.
Die Gründe für das Desaster sind in der absolut verfehlten Firmenpolitik von RWE zu suchen. Das Festhalten an der umweltschädigenden Braunkohle mit ihren CO2-Dreckschleudern, die Flops bei zahlreichen ausländischen Beteiligungen (Atom-Engagement in Polen, London Tube, Wasserwerke in Kalifornien), massenweiser Abbau von Arbeitsplätzen (wird regelmäßig von den Börsen bejubelt), Verkauf der Konzernzentrale in Essen an einen amerikanischen „Investor“ und anschließendes Zurückmieten, überzogenes Vorgehen gegen kritische Demonstranten im Tagebau Garzweiler oder auch die fragwürdigen Rücklagen für den Abriss der künftigen Atommeiler-Ruinen lassen für die Zukunft eine äußerst negative Entwicklung des wankenden Riesen RWE erwarten.
Es gab immer schon weitsichtige Menschen und Parteien, die diesen Umständen kritisch gegenüber standen. Leider wurden die gute Argumente nur sehr schleppend bis gar nicht zur Kenntnis genommen. Eine unselige Allianz aus sog. etablierten Parteien, IG BCE und NRW-Landesregierung macht weiter als wären die goldenen Jahrzehnte der Braunkohle und der Atomkraft nicht schon lange vorbei.
Der wegbrechende Aktienkurs hat bis jetzt nur buchhalterische Auswirkungen. Die Dividendenkürzungen allerdings sind real. Real wird auch eine weitere bilanzielle Abschreibung der RWE-Anteile im kommenden Haushalt des MK sein. Real wird sich auch die GroKo aus SPDCDU mit diesem Thema befassen müssen.
Die Aktienzockerei mit öffentlichem Geld ist nicht hinnehmbar. Der putzige Glaube, dass Geld arbeitet, stammt leider nur aus Märchenbüchern. Es sind immer Menschen, die Werte schaffen.
Wir sollten uns noch kurz an die Übergabe der goldenen Pyramide erinnern. Pyramiden stehen für die untergegangene Hochkultur in Ägypten. Hoffentlich stehen sie nicht auch für den Untergang von Teilen der finanziellen Ausstattung des Märkischen Kreises.
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Heute, am 17. Februar 2016 sickerte durch, dass die RWE-Dividende auf möglicherweise nur noch wenige Cent zusammenschmilzt. Die anstehende Hauptversammlung des Betreibers der größten Dreckschleudern (CO2) wird wohl endgültige Klarheit über die Situation bei RWE verschaffen.
Wie der wankende Riese dann noch den Abriss der Atomkraftwerke bezahlen kann, ist höchst zweifelhaft. Über die Endlagerung des Atommülls für tausende Jahre wollen wir hier jetzt gar nicht erst nachdenken. Die Altparteien haben dafür aber sicher schon tolle Pläne in ihren Schubladen.
Am Ende werden wohl wir Bürger_innen zu Kasse gebeten und dazu noch verseucht werden. Kurzsichtige Politik und die ach so tolle Atomkraft werden uns bestimmt noch einige finanzielle Tretminen als Hinterlassenschaften bescheren.
Wie Kämmerer und Landrat mit diesen Hiobsbotschaften und den Auswirkungen auf den angespannten Kreishaushalt umgehen werden, dürfte spannend werden. Zudecken mit Schnee geht nicht mehr!

