Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Otto Ersching

Kommentar vom Bundestagskandidaten der LINKEN, Otto Ersching, zur aktuellen Situation in Afghanistan

Kriege lösen keine Probleme. Sie verschärfen sie.

Ausländische Interventionen bringen den betroffenen Völkern nicht Freiheit und Demokratie, sondern Elend, Hunger und Tod. Waffengewalt vertieft den Hass und fördert den Terrorismus.

DIE LINKE lehnt von daher Auslands- und Kriegseinsätze der Bundeswehr entschieden ab. Sie wird für diesen friedenspolitischen Grundsatz von den anderen Parteien und den Medien heftig kritisiert. Das hindert uns LINKE aber nicht daran, weiterhin für eine friedliche Welt politisch zu kämpfen.

Die Übernahme Afghanistans durch die Taliban nach 20 Jahren NATO-Krieg, und die Bilder aus Kabul, zeigen auf dramatische Weise das Scheitern der westlichen Interventionspolitik unter US-Führung. Die Logik von Krieg und Regime-Change ist krachend gescheitert. Demokratie und Menschenrecht können nicht herbeigebombt werden.

Der rasante Vormarsch der Taliban zeigt erneut, dass der NATO-Krieg am Hindukusch ein verheerender Fehler war, den zigtausende afghanische Zivilisten und auch 59 Bundeswehrsoldaten sowie 3 Polizist*innen mit dem Leben bezahlt haben.

Erwähnt werden muss in diesem Zuge auch das Kriegsverbrechen des Oberst Klein, der durch den Befehl, Tanklastzüge zu bombardieren, das Leben von 100 Zivilisten zu verantworten hat. Entschädigungszahlungen wurden nicht geleistet.

Allen Überlegungen, die aus Afghanistan zurückgezogenen Bundeswehrsoldaten jetzt nach Mali zu schicken, ist eine klare Absage zu erteilen, will man nicht ein ähnliches Desaster in Afrika erleben.

Die politisch Verantwortlichen von CDU, SPD, FDP und GRÜNEN tragen die Verantwortung für das Kriegsdesaster. Die Bundesregierung ist verantwortlich für die jetzt in aller Eile stattfindende Evakuierung von deutschen Staatsangehörigen und Ortskräften. Ob alle Menschen gerettet werden können, ist zu bezweifeln. Sicher ist schon jetzt: An den Händen der Bundesregierung klebt Blut. Sie tragen dafür nicht nur die politische Verantwortung.

Die Verteidigungsministerin und der Außenminister sind nicht mehr tragbar. - Sie sind verantwortlich für dieses Debakel.

Die Bundesregierung muss öffentlich Rechenschaft darüber ablegen, wie viele deutsche Waffen und deutsche Ausrüstungshilfe mittlerweile von den afghanischen Sicherheitskräften an die islamistischen Terrorgruppen der Taliban übergeben wurden.

Auch brauchen wir kein neues Spannungsgebiet im Pazifik, wo die USA dabei sind, den „strategischen Rivalen“ China militärisch niederzuhalten. Die Bundesrepublik sollte sich nicht erneut in ein solches Abenteurer hineindrängen lassen.